
Es gibt diese Workshop-Tage, an denen aus der nächsten Idee gleich noch eine wird. Am Samstag, dem 5. September, hatten wir so einen Vormittag. Wir haben im Studio in Much Cyanotypien gemacht, viel ausprobiert und die Sonne ordentlich mitarbeiten lassen. Das Wetter war prima. Und die Lust aufs Weitermachen auch.
Eigentlich ging es darum, die Cyanotypie kennenzulernen. Am Ende wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gar nicht wieder aufhören. Für mich ist das ein ziemlich schönes Ergebnis: wenn aus einer Einführung die eigene Neugier wird.
Erst einmal etwas hinlegen. Und dann noch etwas anders.
Auf dem Tisch lagen Pflanzen, Gläser und eine Kette. Alles Dinge, mit denen sich auf dem beschichteten Papier Spuren hinterlassen lassen. Eine Kamera braucht es dafür nicht. Die Gegenstände liegen direkt auf dem lichtempfindlichen Untergrund; das Licht übernimmt den Rest.
Wie dicht lege ich die Pflanzen? Was passiert, wenn ich etwas überlagere? Wie wirkt derselbe Gegenstand an einer anderen Stelle? Das lässt sich erklären. Viel spannender ist aber der Moment, in dem man es selbst versucht und später das eigene Bild in der Hand hält.


Die Sonne war dabei
Wir konnten an diesem Tag viel mit Sonnenlicht belichten. Das passt für mich wunderbar zu diesem Verfahren: Man bereitet etwas mit den Händen vor, bringt es ins Licht und schaut, was daraus wird. Beim Auswaschen zeigt sich dann, welche Spuren geblieben sind.
Das Blau allein ist schon schön. Aber die Bilder werden erst durch die eigenen Entscheidungen interessant: hier eine feine Pflanze, dort eine deutlichere Form, etwas Luft dazwischen oder ganz viel auf einer Fläche. Die Ergebnisse sahen entsprechend unterschiedlich aus. Genau das mag ich an solchen gemeinsamen Vormittagen.

Und dann war da noch das T-Shirt
Wenn die ersten Versuche Lust auf mehr machen, muss es nicht bei derselben Idee bleiben. Wir haben nicht nur auf Papier gearbeitet. Auch auf Stoff sind Bilder entstanden – ein T-Shirt voller heller Pflanzensilhouetten auf blauem Grund.
Solche Ergebnisse lassen sich nicht einfach für alle gleich vormachen. Jeder bringt etwas Eigenes mit: eine andere Anordnung, einen anderen Blick, noch eine Idee. Ich begleite das, helfe weiter und freue mich, wenn jemand anfängt, selbst weiterzudenken.
Ein kleiner Blick auf die Ergebnisse
Der kurze Film zeigt einige der fertigen Blaudrucke aus der Nähe. Feine Pflanzenspuren stehen neben den Umrissen ganz anderer Gegenstände. Auf einem einzelnen Bild entdeckt man oft erst beim zweiten Hinschauen, was da eigentlich alles zu sehen ist.
Zufrieden. Und eigentlich noch nicht fertig.
Am Ende gab es viele eigene Bilder, zufriedene Teilnehmer und noch genügend Lust auf weitere Versuche. Wir haben die Ergebnisse zusammen angeschaut – und natürlich auch festgehalten. Dass niemand so recht aufhören wollte, nehme ich als schönes Kompliment für diesen Tag mit.

Das ist für mich HOP – Hands On Photography: Dinge selbst in die Hand nehmen, Fragen stellen, ausprobieren und mit einem eigenen Ergebnis nach Hause gehen. Du musst nicht schon wissen, wie es geht. Dafür sind wir ja zusammen da.
Wenn du beim nächsten Mal dabei sein möchtest: Auf der Workshop-Übersicht findest du die aktuellen Termine und die individuell buchbaren Angebote. Ich freue mich, wenn wir gemeinsam etwas ausprobieren.







